…ist schwer.

Morgen werde ich nun 40 Jahre alt. Eine Zahl, die sich völlig fremd anfühlt, unpassend. Ich fühle mich im Kopf wesentlich jünger, aber ich glaube, es geht den meisten Menschen so.

Aber darum soll es nicht gehen in diesem Blog. In diesem Blog wird es um ganz andere Dinge gehen. Vielleicht wird gar eine Art Biographie draus, was ich schon lange schreiben will, vielleicht auch nicht. Ein biographischer Blog? Wir werden sehen. Vor allem will ich mit dem Schreiben aufarbeiten.

Seit meiner Jugend leide ich unter chronischer und rezidivierender Depression. Meine Diagnosen beinhalten Dysthymie, aber auch eine rezidivierende depressive Störung und bis heute habe ich 4 mittelgradige depressive Episoden durchlebt. Gegenwärtig befinde ich mich erneut in einer Episode. Die Ursache hierfür liegt in einer K-PTBS, einer komplexen (oder auch chronischen) posttraumatischen Belastungsstörung. Eine Diagnose, die noch gar nicht so lange existiert, aber endlich langsam in den Köpfen der Ärzte ankommt. Es braucht eben nicht immer nur ein einzelnes Schockereignis, um einen Menschen zu traumatisieren, ein ganzes Leben voller Angst, Unsicherheit, emotionaler und körperlicher Gewalt in der Erziehung durch eine höchstwahrscheinlich psychisch kranke Mutter traumatisiert eine Psyche eben genau so schwer. Bindungstrauma wäre ein anderer Begriff hierfür.

Ich habe bereits mehrere Therapien hinter mir, inklusive Klinikaufenthalten und nach einer Zeitspanne von 7 Jahren ohne Medikamente bin ich nun doch wieder auf sie angewiesen. Es holt eben immer wieder ein, insbesondere wenn gravierende Trigger unerwartet auftauchen. Natürlich bräuchte ich erneut eine Psychotherapie, eine Traumatherapie, aber einen Platz zu finden ist gegenwärtig unmöglich. Das System macht es unmöglich, Therapeuten sind alle überlaufen und die meisten bieten nicht einmal mehr Wartelisten an. Also befinde ich mich momentan nur in medikamentöser Behandlung bei einem Psychiater, doch ist das eben nur eine Linderung von Symptomen, keine Heilung oder gar Aufarbeitung.

Irgendwo muss ich aber hin mit all dem Nebel in meinem Kopf, den ich nicht ständig auf die Menschen ausweiten und abladen will, die mir zur Seite stehen.

Ich bin nicht allein und bin es doch.

Eine Last zu sein ist das letzte, das ich will und ich hoffe, Schreiben bietet ein Ventil.

Avatar von novembernebel

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